Passionately Detached

2006/12 / Video / PAL / 09:30 min. color / silent

Ausgangspunkt für das Video war 2006 der spontane, intuitive Impuls der Künstlerin eine, von jenen unzähligen, naturalistischen, über-
lebensgroßen Bronzefiguren im öffentlichen Raum zu überklettern. Pose, Gestik und Mimik der (meist) dargestellten männlichen Körper, sind Ausdruck tradierter männlicher Macht- und Wissenssymbolik der jeweiligen Zeit. Es Entstand der Wunsch dieser Symbolik einmal physisch auf gleicher Höhe entgegen zu treten und sie so zu überwinden.

Die Künstlerin nimmt jedoch Abstand von der Idee der spontanen Übersteigung und ent-
schließt sich stattdessen, sich angemessen auf ihr Vorhaben vorzubereiten.

Das Video ist eine Collage aus feministischer Professionalisierung, Wissens- und Machtan-
eignung, es kommt zu Perspektivwechseln und Verschiebungen von Größenverhältnissen, ... ein waghalsiges Unterfangen.

Der Titel der Arbeit bezieht sich auf einen Begriff der feministischen Filmtheorie der 1970er Jahre, den die Filmtheoretikerin und Kritikern Laura Mulvey prägte. Mit passionate detachment beschreibt sie eine Haltung, die frau/man beim Betrachten eine Filmes einnehmen sollte.

"[...] the feminist film critic should be passionately engaged with the cinema as an object of study and a cultural artifact of huge importance, she must simultaneously keep her critical distance so that she can recognise the machinations of patriarchy under the guise of pleasurable entertainment.“*

*Melanie Williams, Hull University, 1997, UK

Video: PAL / 4:3 / 09:30 min.
Performers: Marion Porten, Astrid Sturm
Director of Photography: Inka Perl, Julia Schäfer
Video material was recorded in 2006

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