Dies ist der Ausgangspunkt von Sentiment Is For Audiences …

Die ursprünglichen Black Minstrel Performances dienten nicht nur als Unterhaltung für “Schwarze“, sondern machten das Leben der schwarzen Sklaven erträglicher, da in den Stücken die Schlüsselfigur im System ihrer Unterdrückung – die Figur des weißen Sklavenbesitzers – mittels Satire und komischer Ironie lächerlich gemacht wurde.

Fahrende “weiße“ Komiker, die auf ihren Reisen die Lieder, Tänze und Pantomime der Plantagensklaven gesehen hatten, übernahmen, vulgarisierten und eigneten sich Elemente dieser Kunstform an, um schließlich Minstrel Shows für ein ausschließlich “weißes“ Publikum zu schaffen. Die Schauspieler schwärzten ihre Gesichter mit verrußter Korkrinde und zogen krause Perücken an. Die symbolische Sprache und satirische Komponente des Vorbildes wurden ignoriert, während afroamerikanische Traditionen verzerrt dargestellt wurden, was bald in der Bildung eines beliebten Stereotyps resultierte.

1865, nach dem amerikanischen Bürgerkrieg und der Abschaffung der Sklaverei, wurde die erste ausschließlich aus Afroamerikanern bestehende Minstrel Truppe gegründet. (...) Auch diese Gruppe “schwärzte“ sich wie ihre “weißen“ Gegenspieler das Gesicht – das Phänomen von afroamerikanischen Schauspielern, die sich in Blackface maskierten war entstanden. Als in den 1860er Jahren afroamerikanische Black Face Minstrels begannen aufzutreten, waren die zuvor von “weißen“ Schauspielern entwickelten Stereotypen bereits so festgefahren, dass die afroamerikanischen Performer dazu gezwungen waren, diese einzuhalten, um genügend Erfolg beim Publikum zu erreichen. So trugen sie ebenfalls Kraushaarperücken, malten sich grotesk große Lippen ins Gesicht und schwärzten mit Korkrinde ihre Haut.

Zitat: Beatrix Taumann, Strange Orphans, 1999

Arbeit
  • Sentiment Is For Audience